Zur Wirkungsweise von Sintala Qigong-Durch die Sinne zum Sinn

Beim Praktizieren des Sintala Qigong – Heilsames Singen in Bewegung kommen ganz natürlich Problembereiche an die Oberfläche und ins Fühlen. Diese Form der Verschmelzung von Singen und Bewegung hilft, dass in uns unverarbeitete Gefühle zu den psychischen Themen der Meridiane aufsteigen können. Sie können so besser gefühlt, angesehen, bewusst „durchschmerzt“ und dann konstruktiv gewandelt werden. Mit dem Heilsamen Singen in Bewegung formt der Praktizierende für seine unverarbeiteten Gefühle eine Art Flussbett, wird so nicht von ihnen überwältigt, während die Prozesse hochsteigen und er dann aktiv singend und bewegend dabei bleibt. Das Singen, das Lauschen in den eigenen Stimmklang und die gleichzeitigen Bewegungen, das Lauschen in den eigenen Körper, geben einen einzigartigen Halt. Dieser Halt  ermöglicht, bewusst hinzuschauen. So wird das Spürbewusstsein für die eigenen seelischen, körperlichen und geistigen Vorgänge vertieft. Bei allem geht es um die Entfaltung des bewussten Seins und besonders des Hier und Jetzt Seins. Es hilft, über die eigenen Probleme sprechen zu lernen, sich im Hier und Jetzt neu gleichzugewichten und immer wieder neu positiv auszurichten. Wenn man es im Geiste der TCM beschreibt, kommen dabei körperlich – geistig - seelische Lebensstockungen in Bewegung und Überhitzungen werden beruhigt. Das, was sinnbildlich eingefroren ist bekommt Wärme und kann schmelzen, wieder in Fluss kommen. Das, was sinnbildlich überhitzt ist, wird gekühlt. Ein Ausgleich zur Mitte hin wird so gefördert. Das Fließgleichgewicht - das gesunde Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung, kann aktiv gestaltet werden. Durch diese Methode trainiert der Praktizierende die heilsame Fähigkeit zur Achtsamkeit und zum beobachtenden Blick auf sich selbst. Sie kann so eine wertvolle Hilfe in der psychotherapeutischen Arbeit sein. Besonders auch, wenn Traumata in erlösende Tatkraft gewandelt werden müssen. Sie hilft aus Krisen Chancen zu gestalten. Sie hilft, unser Sein in all seinen Dimensionen vom Schmerz bis hin zum Sich - Geborgen - Fühlen in der Schöpfung zu empfinden, zu erhören und immer wieder neu in den gesunden Lebensfluss zu bringen. Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf den fließenden Atem beim Singen in Synchronizität mit den fließenden Bewegungen des Sintala Qigong fördert die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung im gegenwärtigen Augenblick. Dies führt durch die Schmerzthemen hindurch ins Hier und Jetzt. Sie werden einem dabei auf neue Weise bewusst und auf diese Weise besser handhabbar. Ein grübelndes Verhaftetsein im Vergangenen oder eine Besorgtheit über die Zukunft kann aktiv ins Heilsame aufgelöst werden. Zu singen und zugleich zu grübeln ist nicht möglich, wie die Neurobiologie zeigen kann. Ein neuer, heilsamer Blick auf das eigene Leben angesichts aller Verletzungen kann sich endlich öffnen und die Freude an der Selbstverantwortlichkeit von Moment zu Moment fördern. Gesundung geht auch mit der Herausbildung gesunder Lebenshaltungen einher. Die subtilen Texte der MeridianMantren wecken unseren Geist und aktivieren mit künstlerischen Worten und Bildern zentrale Lebenshaltungen, die wir für ein gesundes Leben benötigen. Durch das wiederholende mantrische Singen werden diese Lebenshaltungen seelisch, körperlich und geistig nachhaltig wirksam eingeprägt. Die tänzerischen zwölf Bewegungen im Geiste des Qigong beleben den Körper und gleichen die Energie in den jeweils zugehörigen Meridianen und ihren psychischen Themen von einem Zuviel oder einem Zuwenig zur Mitte hin aus. Das Heilsame Singen und die Bewegungen im Geiste des Qigong verstärken sich dabei wechselseitig in ihrer positiven Wirkung. Das Singen, der klingende Atem, führt uns ins Lauschen, Fühlen und Wandeln. Es fördert die Einheit von Fühlen und Denken. Die Methode stärkt die Fähigkeit, im eigenen Leben in allem, was geschehen ist und geschehen wird, Sinn zu entdecken und aus den Verletzungen heraus immer wieder neu Sinn gestalten zu lernen. Die Methode zielt ab auf die Einheit von Körper – Geist - Seele, die bei Krankheit aus dem Gleichgewicht geraten ist. „Mein Geist will sprechen. Mein Körper tanzen. Meine Seele singen.“  Sie ist ein Weg zur Entfaltung der Lebensfreude und der Leichtigkeit angesichts aller Verletzungen und durch alle Schmerzen hindurch. Beispielhaft sei das MeridianMantra für den Herzmeridian angeführt, das weiter unten im Rahmen der Galerie aller zwölf Mantren zu finden ist. Dort finden Sie auch die Soundtracks aller zwölf MeridianMantren. Im Herz-Mantra geht es vor allem um die liebende Lebenshaltung. Das heißt, man lernt dabei die Haltung, die eigenen Verletzungen nicht weiterzutragen, indem man andere verletzt, sondern „aus Wunden Wunder“ zu erschaffen, wie es dort heißt.